Tanz Workshop Countertechnique

Alljährlich organisiert das ZAIK im Quartier am Hafen einen ‘Easter Intensive’ Workshop, mit drei Tagen intensiven Trainings und choreographischer Arbeit mit einem renommierten Tanzkünstler.

In diesem Jahr ist Yi-Chun Liu vom 14. – 16. April zu Gast in Deutschland. Die 1985 geborene Taiwanesin hat ihr Studium 2007 an der Taipei National University of the Arts absolviert und kann bereits auf eine beeindruckende internationale Karriere als Tänzerin und Choreographin zurückblicken. Nach Stationen u.a. beim Balletto Teatro di Torino, Anouk van Dijk und dem Scapino Ballet Rotterdam ist sie seit 2013 Mitglied der unter Kritikern hochgelobten belgischen Tanztheater-Kompanie Peeping Tom.

Yi-Chun Liu wird ‘Countertechnique’ und Repertoirearbeit zu Peeping Tom unterrichten. Es handelt sich um einen improvisationsbasierten Labor-Workshop, der auf der Grundlage von Peeping Toms Theatersprache mit Yi-Chuns persönlicher Erfahrung in verschiedenen Methoden entwickelt wurde, einschließlich des philosophischen Inputs aus der Praxis der Countertechnique. Anmeldefrist ist der 3. April 2017, Gebühr 150 € / 120 € ermäßigt. Die Workshop Teilnehmer werden gebeten, Knieschützer und ein Kostüm mitzubringen, in dem sie tanzen möchten.

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Easter Intensive – Peeping Tom’s theatrical language with Yi-Chun Liu
When: Friday 14.- Saturday 15 – Sunday 16. April 2017
Time: 11:00 – 17:00
Fee: 150 EUR / 120 EUR if registered before 27.03. or Student – Deadline: 03.04.2017
Where: Tanzatelier 0.11 Quartier am Hafen, Poller Kirchweg 78 – 90 Köln
Registration: workshop@zaik.org

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2-hour Countertechnique class –> 1-hour lunch break –> 3-hour workshop

Please bring knee pads and costume that you could dance in.
The day starts with a two-hour Countertechnique class, which prepares the body and mind for the day. After a lunch break there is the creative workshop.

It is an improvisation-based laboratory workshop, which is designed based on Peeping Tom’s theatrical language with Yi-chun’s personal experience in several different methods, including the philosophical input from the practice of Countertechnique. In this workshop there are guided exercises starting with activation of the body and mind. The intent is to establish a judgment free environment, minimize expectation, in order to undo habitual acts and unnecessary decorative actions. Everything starts from here and now with naturalistic being and sensitivity.

„The participants are guided to the process rediscovering themselves within the frame of their ability and their limitation. By working through the improvisation tasks I hope to reach a mixture where questions the aspect of reality and pushes another dimension into it, either using space, time, or object. Thus in a physical way we create a distorted reality in theater performance.
The playfulness with this workshop is to practice picking out inspirations at their own decisions from the surroundings or from their individualities, and to explore the variations within a narrative task.“

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Kunst bei Kaffee & Kuchen: Archive Performance im Gespräch

Wer sich auch nur annähernd für das Genre Performancekunst interessiert oder sich gar selbst in einem Umfeld bewegt, in dem Performancekunst gegenwärtig ist, sollte sich unbedingt den kommenden Sonntag, 19. März rot im Kalender markieren!

Die wenigsten kennen es: Das im Kölner Quartier am Hafen ansässige „Performance Art Archive“ von Boris Nieslony, das 1981 unter dem Namen „Schwarze Lade / The Black Kit“ als eine „organisch ständig wachsende Ideenbank“ (www.asa.de) entstand und inzwischen zahlreiche Dokumente, Portfolios, Zeitschriften, Bücher sowie Video- und Audioaufnahmen zur internationalen Performancekunst beherbergt.

 
Letzten Freitag eröffnete unsere Kuratorin Jari Ortwig die Ausstellung Archive Performance (phantom cigarette) und gewährte dem Publikum Einblick in die vielschichtige und komplexe Welt der Performancekunst. Ein überdimensionales, theoretisch-informatives und ausgesprochen faszinierendes Bodendiagramm des Performancekünstlers- und Theoretikers Boris Nieslony, sowie eine Videoinstallation fordern den Besucher unter dem Versuch der Berücksichtigung individueller Erwartungshaltungen noch bis zum 7. April auf, sich einen eigenen Zugang in die Welt der Performancekunst zu verschaffen.

Die Gelegenheit zu einer Gesprächsrunde mit Boris Nieslony selbst, Jari Ortwig und allen an der Ausstellung Interessierten gibt es am Sonntag, 19. März um 16 Uhr bei Kaffe und Kuchen.

 
Öffnungszeiten der Ausstellung: Sonntags von 14 bis 17 Uhr und nach Absprache

Finissage: 07. April 2017 um 19 Uhr
Die Ausstellung wird gefördert durch das Kulturamt der Stadt Köln und dem Quartier am Hafen

Künstler/innen im Quartier: LISSY WINTERHOFF

Es war ein lauer Sommernachmittag als ich mit der Kamera zu Besuch bei Lissy Winterhoff war. Pünktlich zum heutigen Sonnenschein geht die Vorstellungsrunde nun mit der 1953 geborenen Künstlerin und Theaterwissenschaftlerin weiter:

In ihrem künstlerischen Werk arbeitet Lissy Winterhoff schwerpunktmäßig mit Techniken der Fotografie, der Fotoradierung und der Fotoplastik.

Theaterwissenschaftlich arbeitete sie über Salome als Femme fatale auf der Bühne der Wende des 19. zum 20. Jahrhundert.

Sie studierte von 1974 bis 1984 an der Fachhochschule für Kunst und Design Köln Fotografie bei Arno Jansen und Freie Graphik bei Pravoslav Sovák. Sie wurde zur Meisterschülerin bei Pravoslav Sovák ernannt, das Abschlussexamen war 1981, die Meisterschülerprüfung 1984. Sie erhielt von 1981 bis 1983 einen Lehrauftrag für Video- und Bewegungsimprovisation an der Fachhochschule für Kunst und Design Köln.

Von 1981 bis 1989 studierte sie an der Philosophischen Fakultät der Universität zu Köln, Theater-, Film- und Fernsehwissenschaft, Kunstgeschichte, Philosophie mit Abschluss Magister bei Renate Möhrmann.

Für ihre Arbeiten verwendet sie unübliche Bildträger, wie lichtempfindlich gemachte handgeschöpfte Bütten- oder Aquarellpapiere, die sie mit den Techniken der klassischen Fotografie im Fotolabor bearbeitet.

Lissy Winterhoff schuf ein umfangreiches Werk fotoplastischer Arbeiten. Es handelt sich überwiegend um Schwarzweißfotografien, die in Verbindung mit verschiedenen künstlerischen Techniken als Fotografien in der Dunkelkammer realisiert wurden:

– Farbe entsteht in ihren Arbeiten durch Kolorierungen oder durch die verwendeten Trägermaterialien.

– Bei den frühen Arbeiten ab Mitte der 70er Jahre handelt es sich um Schwarzweißfotografien, die mit dezenten transparenten Ölfarben handkoloriert wurden.

– Ihre Arbeiten der 80er Jahre knüpfen eine Verbindung zwischen den Kunstkategorien der Bewegungsimprovisation, der Videoarbeit, der Fotografie und der Radierung. Sie wurden meist als Fotoradierungen realisiert.

– Sie wandte sich seit den frühen 90er Jahren zunehmend fotografischen Arbeiten auf ungewöhnlichen Bildträgern zu. So entstanden Werke auf Büttenpapieren, Aquarellpapieren, Sand auf Holz und Leinwand. Die Arbeiten wurden teilweise als Siebdrucke realisiert. Häufig arbeitete Winterhoff literarische Texte in die Arbeiten ein.

– Die Aufnahme von lokalem Naturmaterial als Element der bildnerischen fotografischen Arbeiten realisierte sie in den Anfang der 2000er Jahre entstandenen Serien zu ägyptischen Wüstenlandschaften. Es handelt sich um Fotografien auf dem Originalsand dieser Landschaften auf Holzträgern.

Immer wieder arbeitete sie auch zu politischen Themen wie Kinderarbeit, Gleichberechtigung der Frau, Verfolgung und Shoah. In diesen Arbeiten verband sie historische Fotografien sowie journalistische Texte mit ihren fotografischen Medien und realisierte die daraus entstandenen Arbeiten als Siebdrucke.

Seit 2013 fand sie zum Ausdrucksmittel des Fotogramms. In der Serie „Gabriele Münter – Die Häuser meiner Freunde“ realisierte sie in Anlehnung an die Holz- und Linolschnitte Gabriele Münters ein neues Konzept bildnerischer Gestaltung mit Naturmaterialien auf lichtempfindlichem Büttenpapier in der Technik des Fotogramms. In dem umfangreichen Fotogrammzyklus „Die vier Jahreszeiten“ stellt sie die Unerschöpflichkeit und Lebenskraft der Natur in den Mittelpunkt der Darstellung.

Lissy Winterhoff selbst schreibt zu ihren Arbeiten:

„Der technisierten und vielfach zerstörten Umwelt, der durch den Kapitalismus global ausgebreiteten Gier stelle ich bewusst eine fühlbare Fotokunst entgegen – mit dem Wunsch, die Werte und Tugenden des Lebens, der gelebten Menschlichkeit, wie Achtsamkeit und Anwesendsein, Mitgefühl und Mitleid, Ausgeglichenheit und Gleichmut, Ehrlichkeit, Solidarität und Gerechtigkeit, Respekt und Achtung vor der Natur und vor dem Menschen beim Betrachter zu bewahren, in Erinnerung zu rufen, Menschen zu berühren. In diesem Sinne ist meine Kunst auch als politisch zu betrachten.“

Text gekürzt aus Wikipedia

Fotos: http://www.jennifer-braun.de

Einblick in „Resonant Bodies“ von Jana Griess

Am 18. Dezember letzten Jahres zeigte die Tänzerin und Choreographin Jana Griess die Uraufführung ihres interdisziplinären Stückes „Resonant Bodies“ im Rahmen eines Residenzprogramms mit dem ZAIK in unserem Studio 0.09. Wer das Stück nicht gesehen hat, kann anhand des kürzlich unter diesem Link veröffentlichten Trailers einen Einblick in das Werk gewinnen.

Jana residiert aktuell über ein Stipendium des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend bis Mitte des Jahres in Portugal und arbeitet in einer Residenz u.a. bei der Companhia Instavel, wo sie weiterhin an der interdisziplinären Performancearbeit forscht.

Wer mehr über Jana Griess erfahren möchte, besuche ihre Website.

 

 

Archive Performance (phantom cigarette) – die 1. kuratierte Ausstellung 2017

Am Freitag, den 10. März 2017 um 19 Uhr ist es endlich soweit: Das Quartier am Hafen lädt im Rahmen seines Ausstellungsprogramms herzlich zu Archive Performance (phantom cigarette), einer Zusammenarbeit des Performance Art Archive / The Black Kit und Ivan Cheng, kuratiert von Jari Ortwig, in seinen Ausstellungsraum Q18 ein.

19 Uhr Eröffnung

Mit der ersten Ausstellung „Archive Performance (phantom cigarette)“ erfolgt eine Annäherung an den Begriff der Performance im Allgemeinen und an das Archivieren von Performance im Speziellen. Impulsgebend ist hierbei das im Quartier am Hafen ansässige „Performance Art Archive“, das 1981 unter dem Namen „Schwarze Lade / The Black Kit“, als eine „organisch ständig wachsende Ideenbank“ (www.asa.de) entstand und sich als monumentales Diagramm im Q18 manifestiert.

Mit einer Video-Performance Ivan Chengs, welche direkt im Performance Archiv gefilmt wurde, trifft ein individuelles Archiv auf das andere. In seinen „bad readings“ sampled der junge Performer, Autor und Kurator, mehr intuitiv als systematisch, Textfragmente verschiedenster Quellen und Kontexte.

Eine Live-Performance Ivan Chengs am Eröffnungsabend transportiert den konzeptuellen Ansatz der Ausstellung weiter auf eine direkte physisch erfahrbare Ebene.

20 Uhr Tanz

Mirjam Schirk / Tacho Tinta

Das Showing besteht aus zwei Teilen. Zum einen stellt Mirjam Schirk das Projekt ‚Dance Journey Kibbutz‘ vor, das durch die SK Stiftung Köln/Bonn gefördert wurde. Sie hat für fünf Monate in Israel am Dance Journey Abroad Program, der Kibbutz Contemporary Dance Company teilgenommen. Ein Einblick in der dort erlernte Bewegungssprache wird gezeigt und wie sich in Israel mit dem Tanz auseinandergesetzt wird.

Der zweite Teil wird einen Einblick in die erste Recherchephase der Tanzkompanie Tacho Tinta und dem audiovisuellen Duo Kim/Jung geben, die sich mit dem Thema beschäftigt ,wie aus musikalischen Differenzen physische Einheiten arrangiert werden können und wie beide Disziplinen zusammen miteinander verschmelzen können.

Begrüßung: Jari Ortwig, Kuratorin der Ausstellung
Tanz-Showing: Mirjam Schirk / Tacho Tinta, 20 Uhr
Performance: Ivan Cheng, 21 Uhr
Ausstellungsdauer: 10. März – 7. April 2017
Öffnungszeiten: Sonntags von 14 bis 17 Uhr und nach Absprache
Gespräch: 19. März 16 Uhr über das Performance Art Archive
Finissage: 7. April 2017, 19 Uhr

Die Ausstellung wird gefördert durch das Kulturamt der Stadt Köln und dem Quartier am Hafen.

Residenz Köln – Marrakesch: Willkommen Evamaria und Simohammed!

Die Auswahl der Kandidaten fiel dem Gremium nicht leicht; Künstlerinnen und Künstler mit spannenden Konzepten kamen unserem Aufruf für das Residenz-/Austauschprogramm Köln – Marrakesch nach. Die Entscheidung fiel schliesslich auf die in Österreich geborene Kölnerin Evamaria Schaller und den Marokkaner Simohammed Fettaka. Wir freuen uns sehr, diesen beiden sympathischen Künstlern eine Plattform bieten zu können und sind neugierig auf die Entwicklung des Kooperationsprozesses und das Resultat, das die Beiden in einigen Monaten der Öffentlichkeit präsentieren werden.

Die Biografien:

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Evamaria Schaller

Evamaria Schaller (1980, Graz, Österreich) lebt und Arbeitet in Köln als Performance- und Videokünstlerin. Sie studierte Film in Salzburg und Prag (Diplom 2006) wie an der Kunsthochschule für Medien in Köln, wo sie ihr Postgraduiertenstudium 2011 abschloss.

Sie ist Gründungsmitglied von PAErsche Aktionslabor für Performance Kunst in Köln wie auch Teil des Künstlerduos JELLYSPOOR mit Andreas Gehlen. Das Duo arbeitet ortsbezogen im öffentlichen Raum, in Galerien und Museen.

Schallers Arbeiten wurden u.a. in Österreich, Deutschland, Belgien, Myanmar, Thailand, Philippinen, Japan, Frankreich, China, Spanien oder Poland gezeigt.

Evamaria Schaller´s Soloarbeiten oszillieren zwischen Performance-Kunst, Film und Installation. Sie arbeitet mit dem Medium Film als dokumentarisches Mittel. In ihren Videoperformances nutzt sie Körperfragmente als bewegte Partikel. In ihren Life-Performances sind es Alltagsgegenstände und deren Absurdität, welche transformiert und dekontextualisiert werden. Schaller´s eigener Körper dient stets als zentraler Bezugspunkt. In Ihren Untersuchungen reflektiert und interveniert sie ortsbezogene Möglichkeiten und entwickelt Performances und Installationen durch simple, klare Gesten. Das freie Experiment und die Leichtigkeit ihrer Forschung sind Ausdruck Ihrer Persönlichkeit.

 

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Simohammed Fettaka

Simohammed Fettaka (*1981 in Tanger, Marokko) arbeitet multidisziplinär. Er lebt und arbeitet in Casablanca, Marokko und Paris, Frankreich.

Als Künstler und Autodidakt nahm Fettaka an der Sommerakademie-Programm der Pariser Filmhochschule Femis`s (Ecole Nationale Supérieure des Métiers de l’Image et Son) teil und gründete 2008 das „Nachia Cinema Festival“ in Tanger. Seine Dokumentar- und Experimentalfilme befragen die Beziehung von Representation, Individualität und Politik. Daneben arbeitet Simohammed Fettaka als Bildender Künstler an Fotoserien, Collagen, Installationen und Performances, die in verschiedenen Gruppenausstellungen, wie z.B. in Muhka in Antwerpen, Centre Pompidou in Paris, Old Truman Brewery in London gezeigt wurden. 2014 nahm er an der 5. Marrakech Biennale teil und stellte im Rahmen seiner Residency „Des artistes dans la cité : l’art en travail (Artists in the Projects : Art at Work) in MuCEM in Marseille aus. 2015 produzierte und präsentierte er im Auftrag der Stadt Bordeaux und betreut von Catherine David seinen ersten Langfilm „Une vie mineure“, inspiriert von dem Besuch des deutschen Schriftstellers und Philosophen Friedrich Hölderlin in Bordeaux.

Das Austauschprogramm wird unterstützt durch das Queens Collective, das Quartier am Hafen und die Stadt Köln.