Q 18 auf der COFA 2017

Das Quartier am Hafen stellte in Zusammenarbeit mit AIC – Art Initiatives Cologne im Rahmen der renommierten Messe für zeitgenössische Kunst ‚Cologne Fine Art‘ seinen Ausstellungsraum Q18 vor – gezeigt wurden die Editionen, die im Zuge der 4 Ausstellungen 2016 entstanden sind. Die Künstler waren selbst ebenfalls vor Ort und konnten auf interessierte Kunstsammler treffen, die ihnen ihre Werke abkauften.

Fotos: Linda Nadji

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BOZA – ein Film von Walid Fellah

Am Donnerstag, 1. Dezember 2016 laden wir euch herzlich zum Filmabend ins Atelier 19 ein:

BOZA bedeutet Sieg auf Bambara, einer der Sprachen Malis. BOZA ist auch der Ruf der MigrantInnen, wenn sie es in die spanischen Exklaven Ceuta oder Melilla geschafft haben.

Der Film des tunesischen Regisseurs Walid Fellah zeigt die Realität der MigrantInnen und die brutalen Auswirkungen des von Europa erzwungenen und bezahlten Grenzregimes in Tunesien und Marokko. Nah dran an den Alltagserfahrungen und eigenen Reflexionen über die ihnen aufgezwungene Rechtlosigkeit begleitet die Kamera Geflüchtete in un(aus)haltbaren Situationen auf ihrem Weg nach Europa. In Europa angekommen endet die Rechtlosigkeit nicht. Der Regisseur Walid Fellah beteiligte sich als Teil einer tunesischen Delegation am „Marsch für Freiheit“ von Flüchtlingen und MigrantInnen aus ganz Europa von Straßburg nach Brüssel. Durch die Dokumentation des selbst organisierten Flüchtlingsmarsches schlägt „Boza“ die Brücke zwischen der Situation an den europäischen Außengrenzen und den Kämpfen für Bleiberecht und Bewegungsfreiheit in Europa selbst.

Im Anschluß gibt es ein Gespräch mit dem Filmemacher selbst. Er erzählt von der fast 3 jährigen Entstehungszeit der Dokumentation.

Eintritt: 5 € (als solidarische Geste auch gerne mehr)
Flüchtlinge haben freien Eintritt
Einlass: ab 19 Uhr

Trailer: https://www.youtube.com/watch?v=vhtrTp5niIg&t=4s

Künstler/innen im Quartier: SEBASTIAN H. SCHROEDER

Sebastian H. Schroeder ist Fotograf und Medienkünstler. Sein Hauptaugenmerk liegt darauf, gesellschaftliche Themen mit fotografischen bzw. visuellen Mitteln zu lösen. 

Er ist Dozent für Gestaltung und Medientechnik an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel sowie für Digital Imaging und Fotografie am Photo+Medienforum Kiel.

Im Rahmen seiner Ausbildung zum Fotografengesellen assistierte er unter anderem bei Celebrity

Fotograf Platon in New York. Nach seinem Abschluss als Geselle begann er seine künstlerische Ausbildung an der Kunstakademie Düsseldorf bei Professor Marcel Odenbach. 

2013 präsentierte er seine erste große Einzelausstellung Unschuldige Orte. Und Erinnerungen., die deutschlandweit ausgestellt wurde und insgesamt über 50.000 Besucher zählte. In den Jahren 2014 und 2015 verbrachte er acht Monate in Südostasien und fotografierte dort für seine neue Ausstellung #100 baht for an illusion, die im kommenden Frühjahr erstmals ausgestellt sein wird. 

Seit 2015 ist er gemeinsam mit seinem Assistenten Felix im Quartier am Hafen im Atelier 3.82.

Mehr über seine Arbeiten unter www.shschroeder.com

Portraitfotos: Jennifer Braun

Auf ein Kölsch bei der Museumsnacht

Fotograf Ben Hammer nutze die Museumsnacht im Quartier am Hafen, um in seinem Atelier das erste Mal einen kleinen Einblick in sein Projekt „Auf ein Kölsch“ zu geben.

Für „Auf ein Kölsch“ trifft er seit fast zwei Jahren überwiegend fremde Kölner in ihrer Lieblingskneipe, um mit ihnen über ihre Beziehung zur Domstadt und ihre Vorliebe für eins der bekanntesten Biere der Welt zu sprechen.

Angereichert mit Bildern aus der jeweiligen Kneipe, einem Text über die Begegnung und 7 Formfragen zum Kölsch werden die „Bier-Dates“ auf www.aufeinkoelsch.de präsentiert. Jeder andere Kölner, ist herzlich eingeladen, über das Mittrinken-Formular ein Teil des Projektes zu werden und seine ganz persönliche Geschichte zu erzählen.

Im Rahmen der Museumsnacht zeigte Ben zum ersten Mal 50 Fotoresultate aus den ersten 50 Kölsch-Begegnungen in seinem Atelier. Gleichzeitig illustrierte Designer Tom eine ganze Stellwand mit Motiven der Stadt und den Namen der Studiobesucher.

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Fotos: Alexander Kleis

Vom Stellenwert der Kunst in Krisenzeiten

Ein Plädoyer für mehr Auseinandersetzung mit Kunst in unsicheren Zeiten

von Patricia Kaschuba

Kriege, Terror, Brexit und zuletzt der Aufstieg eines rabiaten Wirtschaftsmoguls zum Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika – die Welt ist im Umbruch, Menschen zunehmend verunsichert. Wie geht man um mit Ängsten, Gedanken, Worten? Wieso sollte ausgerechnet die ach so elitäre Kunst in diesen Krisenzeiten Orientierung bieten?

Nun wäre es vielleicht nicht ganz richtig zu behaupten, Künstler wüssten mit Krisen besser umzugehen als diejenigen, die sich nicht tagtäglich mit Kunst auseinandersetzen – oftmals ist sogar das Gegenteil der Fall (was jedoch wiederum nicht selten den kreativen Output steigert). Aber sie haben eine andere, unkonventionellere Herangehensweise an Auseinandersetzungen mit gesellschaftlichen Ereignissen. Eine Fähigkeit, die bei regelmäßigem Kunstkonsum abfärbt und die es lohnt, sie bei sich selbst zu entdecken bzw. wiederzuerwecken.

Die folgenden 6 Argumente sollen daran erinnern, Kunst wieder stärker ins Bewusstsein zu holen:

  1. Kunst hilft uns dabei, nicht im Alltagstrott zu ersticken und lädt zum Innehalten ein: Kunst öffnet den Geist und schärft den Verstand – sie ist wie ein Spaziergang an der frischen Luft
  2. Streitkultur: Kunst stellt eingefahrene Abläufe infrage, Kunst blickt hinter die Kulissen, Kunst setzt sich aktiv mit Veränderungen auseinander. Das geht nicht immer harmonisch, gefällig und provokationslos vonstatten und regt Diskussionen an, die völlig unterschiedliche Denkweisen und Meinungen ans Tageslicht befördern- was durchaus im Streit enden kann. Eine fruchtbare und konstruktive Streitkultur zu trainieren und zu pflegen – auch das ist ein grundlegender Bestandteil der Kunst und aktuell wieder von immenser Wichtigkeit!
  3. Gefällig oder unbequem? Kunst bewertet in der Regel nicht. Kunst bildet ab, überspitzt. Kunst kann schön oder hässlich anmuten. Kunst bietet jedoch nicht immer schnelle Unterhaltung. Oft würde die Gesellschaft weltweit ohne Künstler aber weniger eindrücklich über Missstände, Umweltkatastrophen oder Menschenrechtsverletzungen informiert werden
  4. Wer bin ich? Kunst trägt maßgeblich dazu bei, unsere individuelle Stellung in der Gesellschaft zu manifestieren bzw. zu überdenken
  5. Kunst fördert Kommunikation und Vernetzung– Was will mir der Künstler mit seiner Installation, seinem Bild oder seiner Performance eigentlich näherbringen? Nicht immer, aber manchmal bedarf es dazu näherer Erläuterungen. An kaum einem anderen Ort in Köln lässt sich so direkt mit Künstlern und Kuratoren selbst in Kontakt treten, wie im Quartier am Hafen. Das Atelierhaus gilt nach wie vor als Geheimtipp in der Kölner Kulturszene – wer es also noch nicht kennt, hat gleichzeitig die Möglichkeit, unser großes modernes Kunsthaus im zentralen Kölner Süden kennenzulernen. Zum Großteil der Veranstaltungen ist der Eintritt frei!
  6. Der Nachhall-Effekt: Selbst die Art von Kunst, zu der man zum Zeitpunkt des Erlebens keinen rechten Bezug herstellen kann, erzeugt einen Nachhall, der irgendwann zum Vorschein kommen und das eigene Reflexionsverhalten nachhaltig beeinflussen kann.

Heute und am Freitag, 18. November ab 19 Uhr gibt es die nächste Chance, Veranstaltungen bei uns im Hause zu besuchen– es lohnt sich, versprochen!

Finissage im Q18 und Tanzpremiere

Am Freitag, 18. November um 19 Uhr besteht zum letzten Mal die Gelegenheit, die Ausstellung „Echoes from the sky“ von Vanja Smiljanic und Lukas Marxt zu sehen. Gleichzeitig ist dies auch die letzte Ausstellung, die von Linda Nadji kuratiert wird. Zu diesem Anlass werden nochmals die Editionen 2016 im Q18 präsentiert.

Der Eintritt ist frei.

Im Anschluss um 20 Uhr zeigt dann Maayan Danoch die Premiere des Stückes „Mirrors and Windows“. Inspiriert von Stop-Motion-Animationstechnik, in welcher eine Serie von Fotografien die Illusion einer Bewegung kreiert, untersucht “mirrors and windows” die Kontinuität der Unterbrechung in Bewegung, Zeit und Raum. Bewegungsfragmente erscheinen fortlaufend durch die Komposition der Körper. Die Positionierung und Haltung der Körper verweisen auf Bewegungen, die ungesehen bleiben, jedoch in der Vorstellung des Zuschauers fortgesetzt werden. Körper versammeln sich zu einer bewegten Landschaft.

Folge-Vorstellungen: 19. & 20.11.2016
jeweils um 20 Uhr.

Karten: 10€ / Ermäßigung 7€
Aufgrund limitierter Platzwahl wird um Kartenreservierung gebeten unter:
karten@zaik.org

Künstler/innen im Quartier: JARRY SINGLA

In unserer Reihe Künstler/innen im Quartier geht es nun nach zwei Malerinnen weiter mit Musik:

JARRY SINGLA
Eine große Offenheit für die unterschiedlichsten Musikkulturen steht seit langem im Mittelpunkt der Arbeit des in Köln lebenden Pianisten und Komponisten Jarry Singla.

Ausgedehnte Aufenthalte in Mexico City, New York, Mumbai und La Paz ermöglichten ihm zahlreiche Begegnungen mit Musikern aus aller Welt.

In seinem aktuellen Trio „Eastern Flowers“ mit dem Perkussionisten Ramesh Shotham und dem Kontrabassisten Christian Ramond ist der Einfluss indischer Musik besonders deutlich ausgeprägt. „Eastern Flowers“ präsentierten sich in den vergangenen Jahren u.a. für das Goethe-Institut in Indien und Argentinien sowie bei dem renommierten bolivianischen Festival „Festijazz“.

2013 reiste Jarry als Stipendiat der Kunststiftung NRW für sechs Monate nach Mumbai. Für ein Sextett mit Tabla, Gesang, Sarod und das Trio Eastern Flowers komponierte er dort Musik, die zunächst in indischen Großstädten und 2014 auf Einladung der Kunststiftung in NRW uraufgeführt wurde. Die erste CD von „The Mumbai Project“ ist im Herbst 2016 erschienen.

Jarry Singla ist Mitglied in dem im Rahmen eines französisch-polnisch-deutschen Austauschprojektes entstandenen Trio „WEI3“ mit dem Kontrabassisten Maciej Garbowski und dem Schlagzeuger Peter Orins.

Seit 2015 widmet er sich in dem Duo „Shatabdi“ mit dem Kölner Saxophonisten Johannes Lemke u.a. der Annäherung an die indische Musik aus der Perspektive eines „globalen Jazz“.

Zu Jarrys Arbeiten gehören Kompositionen für sein Ensemble mit dem Britischen Ausnahmesaxophonisten Julian Argüelles und für Jazzklaviertrio mit Sinfonieorchester. Er spielt in dem Ensemble „Lagash“ des irakischen Komponisten und Sängers Saad Thamir und wurde mit der Gruppe „Borderland“ der ukrainischen Sängerin Mariana Sadovska mit dem „Creole Preis für Weltmusik aus NRW“ ausgezeichnet.

www.jarrysingla.com

Fotos: Jennifer Braun